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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Soldaten und ihr Oberſtleutnant iſt der allerweißeſte unter ihnen Allen. Im Geiſte ſah ich mich ſchon, ein zweiter Aeneas, der auf dem Rücken ſeinen alten, blinden Vater aus Troja's Flammen trug, mit unſter Gundel auf der Achſel aus dem brennenden Hersfeld flüchten. Ha, wo würden wir vor der Winterkälte ein gaſtfreies Obdach gefunden haben? Aber wenn mir der brave Lingg nur eine halbe Stunde lang geſeſſen hätte, damit ich ſein lie⸗ bes Bild durch meinen Pinſel hätte verewigen können. Und den Kaiſer Napoleon möchte ich auch hier haben, um ihm ein Schnippchen unter ſeine hochgetragene Naſe ſchlagen zu können. Ha, ich ſtelle mir vor, wie er einen fluchtigen Blick in Lagrange's Bericht über unſern Krawall am Weihnachtsheiligabend wirft, dann mit ſeinem Dau⸗ men und Zeigefinger in ſeine goldene Doſe greift, eine Priſe Schnupftabak nimmt, ein paar Körnchen dann in ſeine Naſe ſchiebt, die übrigen mit den Fingern in die Luft ſchnalzt und dazu ſpricht: Hersfeld? futſch! ab von der Erde! Damit hatte er den Stab über unſere Siadt gebrochen. Ich aber hoffe noch zu erleben, daß es auch mit Napoleon noch einmal heißen wird: futſch! um die Ecke! Woller und ſeine Frau ließen den Maler ſchwatzen. Sie und ihre Kinder packten wieder aus und verſetzten jeden zur Flucht bereit gehaltenen Gegenſtand an ſeine alte Stelle, unter welchen ſich auch natürlich der Guckekaſten befand. Nachdem Alles geordnet war, hob Woller an:Dieſe Mühe hat ſich unten Frau Simon erſpart, die gar nichts zuſammengepackt hatte. Hoffentlich wird ſie, da die Drang⸗ Lingg von Linggenfeld. 9