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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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pflicht nachgekommen war und doch auch das Gebot der Nächſtenliebe erfüllt hatte!

Sache der Hersfelder war es nun, die Flammen zu ver⸗ hindern, daß ſie nicht weiter um ſich griffen, ſondern auf jene fünf Gebäude beſchränkt blieben.

Der, groß genannte, noch oft gerühmte Kaiſer Napoleon hatte ſeinem Befehle, Hersfeld in Aſche zu legen, noch das Gebot hinzugefügt, die Feuerſpritzen der Stadt zu ver⸗ derben, um die Einwohner am Löſchen zu verhindern. Welche unchriſtliche, nur eines Kannibalen würdige Rachſucht! Doch die Flammenund der jetzt ſchweigende Sturm bezeigten ſich mit⸗ leidiger als jener angeblich chriſtliche, große Kaiſer. Auch fand man, Dank dem edeln Lingg, die Feuerſpritzen nicht nur im beſten Zuſtande, ſondern ſogar ſchon mit Waſſer gefüllt und zum Fortbewegen bereit geſtellt. Somit war es keine ſchwere Sache, den Flammen zwar nicht Einhalt zu thun, jedoch das Weitergreifen zu verwehren. Nach⸗ dem die fünf Häuſer bis auf den Grund niedergebrannt waren, wurden deren Feuerſtätten ſorgſam überwacht und dadurch jedem weiterern Brandſchaden vorgebeugt.

Nun lebten die Hersfelder neu wieder auf. Da in der Franzoſen Augen Hersfeld vom Erdboden vertilgt war, ſo hatten deſſen Einwohner auch nichts mehr von jenen zu befürchten. Die ganze Stadt aber war ein⸗ ſtimmig voll des Lobes über den edeln Lingg und deſſen wackere Jäger.

Gott ehre mir die braven Badener ſprach Cor⸗ duan voll Zerknirſchung.Schweres Unrecht habe ich ihnen abzubitten. Weiße Sperlinge ſind ſie unter den