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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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überbrachte, daß der kaiſerliche Befehl vollzogen, Hers⸗ feld eingeäſchert und aus der Reihe der Städte geſtrichen worden ſei.

Wiederum erklangen die Jägerhörner der wackern Ba⸗ dener. Dießmal aber blieſen ſie luſtige Weiſen, denn die Bruſt eines jeden von ihnen war von dem ſüßeſten Bewußtſein geſchwellt und freudigen Sinnes gehorchten ſie dem BVefehle ihres Vaters Lingg, welcher das Zeichen zum Abmarſche aus der Stadt ertheilte. Und die Hers⸗ felder, endlich den Edelſinn Linggs und ſeiner Badener in ſeinem ganzen Umfange erkennend, warfen ihre ſich aufgeladene Habe wieder ab, ſtürzten aus den Häuſern, rannten den fortziehenden Kriegern nach und überſchüt⸗ teten dieſelben mit tauſend Segenswünſchen und begleite⸗ ten ſie, jauchzend und Freudenthränen vergießend, bis vor die Stadt hinaus. Und die hoch aufwirbelnden Flam⸗ men der fünf brennenden Häuſer beleuchteten dieſen rüh⸗ renden Abſchied und ſpiegelten ſich in den Dankeszähren der Hersfelder wie in den blanken Waffen der Krieger.

Unbeſchwert von Gepäck, aber auch unbeſchwert an ihrem Gewiſſen ſchlugen die Badener den Weg nach Vacha ein. Lingg hatte den kaiſerlichen Befehl, dem Buchſtaben nach, erfüllt, Hersfeld in der Mitte und an allen vier Ecken in Flammen geſteckt und ſeinen Kriegern die Er⸗ laubniß zum Plündern gegeben. Was konnte er dafür, wenn dieſe keinen Gebrauch von dieſer Erlaubniß machten und wenn die Flammen nicht die ganze Stadt in Aſche legten? Glücklicher Lingg, der ſeiner ſchweren Soldaten⸗