Rührung gebrochener Stimme aus:„Dank— Dank euch, meine Kinder!“
Keines Wortes weiter mächtig, näherte er ſich dicht der vorderſten Kriegerreihe, um an die erſten beſten Leute kräftige Händedrücke auszutheilen. Bei dieſem Anblick erſt kam wieder Leben in die verſteinte Maſſe. Donnernd erſcholl der Jubelruf aus jeder Kehle durch die friſche Morgenluft:„Hoch lebe unſer Herr Oberſtleutnant! Hoch, hoch, hoch lebe unſer Vater Lingg! Hoch, hoch, hoch!“
Nein, der Menſch iſt doch nicht ſo verderbt, als manche unter uns behaupten. Man muß ihn nur an der rechten Seite zu faſſen wiſſen und das verſtand Lingg ſehr gut, wie dieſe wahre Erzählung zeigt.
Das lange Jubelgeſchrei, welches die Lüfte erbeben machte, ließ aber auch die Herzen der Hersfelder erzittern. Dieſe hielten nämlich jenes dem edeln Lingg ausgebrachte Lebe⸗ hoch für das Zeichen der beginnenden Plünderung. In dieſem Glauben beſtärkten ſie die angezündeten Brandfackeln, welche jetzt die Brandſtoffe in jenen füͤnf Häuſern in Flammen ſetzten. Aber es verſtrich Minute auf Minute, ohne daß ein Plünderer ſich genahet hätte. Dagegen lo⸗ derten die Feuerflammen hoch gen Himmel empor und machten, was Lingg beabſichtigte, den in Hersfelds Nähe aufpaſſenden Oberſten von Müller glauben, daß die ganze Stadt brenne und ihrem Untergange preisgegeben ſei.
Froh, daß er nicht länger im Winter unter freiem Himmel bivouakiren durfte, brach er mit ſeinen Leuten auf und marſchirte nach Kaſſel zurück, wo er die Nachricht


