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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Dann eignet es ſich ganz für unſern Zweck ſagte Lingg und ritt weiter. An jeder der vier Stadt⸗ ecken ſuchten und fanden die beiden Officiere ein möglichſt frei ſtehendes, altes, werthloſes Haus, von denen zwei ebenfalls der Commun angehörten und die andern beiden von armen Leuten bewohnt wurden. Den Letzteren ge⸗ bot Lingg noch die en Abend ihre kleine Habe in Sicher⸗ heit zu bringen und ihre Wohnungen zu verlaſſen. Hie⸗ rauf wurden jene fünf bezeichneten Häuſer mit leicht zu entzündenden Brennſtoffen allerlei Art, bis unter's Dach hoch, angefüllt.

Dieſe Vorkehrungen zeigten den Hersfeldern, daß es mit der Einäſcherung der Stadt ein bitterer Ernſt ſei, und erfüllten jene mit großen Schrecken. Unter den qualvollſten Sorgen und Befürchtungen verſtrich den Hersfeldern die Nacht vom 19. bis 20. Februar 1807.

Elftes Rapitel. Der Brand.

Mit Ausnahme der Kinder hatten wenige Hersfelder die Nacht ſchlafend verbracht. Als ſie am Morgen des 20. Februars mit umwölkten Augen aus ihren Fenſtern blickten, hatte der Sturm ſich gelegt und eine friſch ge⸗ fallene leichte Schneedecke die Dächer, Straßen und Plätze weiß überzogen. War es doch, als wenn Hersfeld ein Sterbehemd zu ſeinem Untergange angelegt hätte. Wie⸗