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zu thun haben. Er hat dich ja unſern Händen anvertraut, und fürchteſt du denn, daß wir dich hülflos hier zurücklaſſen würden, ſobald die Gefahr anhebt? Lieber verſtoßen wir unſere beſte Habe als dich.“
„Sorge dich nicht, Gundel“— ſprach Thereſe— „ich trage dich.“
„Ich auch! Ich auch!“ riefen die beiden Knaben aus und ſelbſt die kleine Caroline ſagte:„Ich trage Gundel Huckepack.
„Sparet eure Worte“— mengte ſich der Maler ein. „Eure Mutter hat mich vorhin mit einem Kameel ver⸗ glichen. Nun, ſo will ich ein ſolches für Gundel ſein.“
Ueber dieſem Wettſtreite und der Sorge für die nächſte Zukunft bemerkte oder achtete niemand darauf, daß ein heftiger, kalter Winterſturm einen dichten Schauer von weißen Schneeflocken gegen die kleinen Dachfenſter peitſchte.
In dieſem unfreundlichen Wetter ritten zwei in weite Mäntel gehüllte Reiter durch die menſchenleeren Gaſſen und Straßen der Stadt. Dieſelben waren der Oberſt⸗ leutnant Lingg und ſein Adjutant. Auf dem Marktplatze hielten ſie ſtill und betrachteten ein dunkles, auf allen vier Seiten freiſtehendes Gebäude von ziemlicher Größe.
„Es ſcheint unbewohnt zu ſein“— bemerkte Lingg gegen ſeinen Begleiter.„Kennen Sie den Beſitzer und die Beſtimmung dieſes Hauſes?“
„Es gehört der Commun“— antwortete der Adju⸗ tant—„und wurde früher zum Exerciren der heſſiſchen Garniſon benutzt. Bewohnt wird es nicht.“


