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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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117 in mehr wie ſechshundert Häuſern ein eifriges Zuſammen⸗ ſuchen, Einpacken und Aufladen der mannigfachſten Ge⸗ genſtände, unter welchen das edle Metall die Hauptſache vorſtellte. Andere bargen ihre koſtbarſte Habe in ver⸗ ſteckten feuerfeſten Gewölben, vergruben ſie in den Kellern oder in der Erde. Es verſtrich darüber der kurze Tag des 19. Februars und dennoch konnte ſich noch immer kein Hersfelder zur angerathenen Flucht entſchließen. Mit ſolchen feſten Banden fühlt ſich der Menſch an ſeine lang⸗ jährige Heimath, an das Vater⸗ und Wohnhaus, an ſeine Erdſcholle gefeſſelt! Auch ſchmeichelte man ſich noch fortdauernd mit der Hoffnung, daß jener grauſame, kai⸗ ſerliche Befehl unausgeführt bleiben würde.

Obgleich der Handarbeiter Woller mit ſeiner Familie in Dürftigkeit lebte, ſo traf ihn die Nachricht von der bevorſtehenden Einäſcherung Hersfelds wohl eben ſo hart wie den wohlhabendſten Einwohner. Wohin flüchten mit den Seinen in der Winterkälte? Wo ſogleich anderweiten Verdienſt auffinden? Woher die unentbehrlichſten Be⸗ dürfniſſe und Gegenſtände nehmen, die er jetzt beſaß, aber nicht mit ſich fortnehmen konnte?

Was heißt denn das: plündern? fragte Herrmann Woller ſeinen Vater.Und wie machen das die Sol⸗ daten?

Für den Gefragten antwortete der Maler, während er ſeine Malbedürfniſſe zuſammenſuchte:Plündern kommt her vonPlunder und heißt eigentlich, den Leuten ihren Plunder abnehmen. Aber in der That bedeutet Plündern ſo viel wie Stehlen und Rauben. Das Fünkchen von