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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Die drei geſunden Kinder folgten ihrer aus der Stube

eilenden Mutter auf dem Fuße nach. Die Letztere aber wäre beinahe über ihren mit Aehrenbündeln hoch ange⸗ füllten Tragkorb hinweggefallen, der außen in der Nähe der Treppe ſtand, wo auch die Aehrenbündel der Kinder über einander geſchichtet lagen.

O welcher gute Geiſt hat uns dieſen Gefallen er⸗ zeigt? fragte Frau Woller freudig.Schaut her, Kinder,

wie liebevoll man ſich unſter in der Noth angenommen

hat! Die Kinder traten herzu und ergoſſen ſich nobſt ihrer Mutter in Lob⸗ und Dankesworte gegen den oder die unbekannten Dienſterweiſer. Deren Rädelsführer, General⸗ Feldmarſchall Andreas Simon, welcher etwas tiefer auf der Treppe ſtand und Ohrenzeuge ſeines Lobes ward ſchlich ſich jetzt leiſe auf den Zehen davon. Doch fühlte er in ſich eine weit größere Freude, als wenn er die Fran zoſen aus dem bewußten Erlenbüſchel verjagt und weid⸗ lich ausgeklopft hätte.

Eine zweite Ueberraſchung wurde der Arbeiterfamilie

zu Theil, nachdem ſie mit dem erbeuteten Aerndteſegen

in ihrer Stube zurückgekehrt war. In dieſelbe trat des Raths Harter Köchin, einen vollen Handkorb mit aller⸗ lei kräftigen Eßwaaren, unter denen ſich auch ein Fläſch⸗ chen Wein befand, an ihrem Arme tragend, deſſen Inhalt ſich die Wollerſche Familie auf den gehabten Schreck gut ſchmecken laſſen ſollte.

Harters ſind gut ſprach Frau Woller, nachdem ſie dankbar die Liebesgabe in Empfang genommen und