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erfuhr. Der Wundarzt unterſuchte nun Linchens Körper und die erlittene Verletzung auf das Sorgfältigſte und erklärte endlich die letztere für nicht gefährlich. Der Schreck war auch hier das Aergſte geweſen. Wenn auch, erklärte der Wundarzt, ein leichtes Wundfieber ſich einſtellte, ſo würde ſolches nicht lange anhalten und das Bein ſchon binnen einer Woche wieder geheilt ſein, dafern kein Ver⸗ ſehen in der Abwartung der Kranken geſchähe.
Dieſer Ausſpruch des Arztes verwandelte die bis⸗ herige Angſt und Sorge der Aeltern und Geſchwiſter Ca⸗ rolinens in eben ſo großes Entzücken. Es war, als ſei ihnen Allen das liebe Kind neu geſchenkt worden. Aber als endlich das Stübchen von den vielen fremden Be⸗ ſuchern leer geworden war und Woller nun erſt an das von ihm bereitete Abendmahl dachte: da waren die theu⸗ ern, neuen Kartoffeln theils zu Mus gekocht, theils durch das Erkalten hart und ſchliffig geworden, der Krug mit dem Bier aber lag umgeſtoßen auf den Dielen und ſein Inhalt verſchüttet.
„Immerhin!“ ſagte Woller ergeben.„Beſſer die Kartoffeln ſind verdorben und das Bier iſt dahin, als unſer Linchen. Kartoffeln und Bier kann man bald wie⸗ der anſchaffen, doch nicht ein verlornes Leben oder zer⸗ brochene Glieder.“
„Aber unſere Aehrenleſe!“ rief Frau Woller betroffen aus, als ſie durch das Aehrenbüuͤndel Linchens jetzt erſt an ihr heutiges Tagewerk erinnert worden war.„Hurtig, hurtig Kinder! hinaus auf die Unglücksſtelle, ehe man uns den Korb ſammt unſrer ganzen Aerndte entführt.“
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