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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Ein Freudenruf glitt über die mütterlichen Lippen und ſchnell verklärte ſich das bisher tief bekümmerte Ant⸗ litz der Frau, als Linchen jetzt ihre braunen Augen auf⸗* ſchlug und munter um ſich blickte.

Meine Kornähren! war ihr erſtes WortIſt das böſe Pferd nicht mehr da? Wir wollen heimgehen, Mutter! Der Vater wird mit dem Eſſen auf uns war⸗ ten. Carlinchen gedachte ſich jetzt auf die Beine zu machen, doch da rief ſie weinerlich aus:Mein Bein!

Mein Bein! O Mutter, Blut! Blut!

Daß der Anblick des Blutes die Kinder in der Re⸗ gel mehr in Schrecken verſetzt, als eine andere bedeuten⸗ dere Verletzung ihres Körpers!

Der Leutnant zog ſein feines Taſchentuch hervor und ſchlang es um das blutende Bein des Kindes.Schaffe Sie die Kleine ſchnell nach Hauſe, gebot er der Mutter. Indeß will ich für einen Wundarzt ſorgen. Beruhige Sie ſich, Frau Woller! Ihre Linel wird bald wieder auf die Beine gebracht ſein.

Nach dieſen Worten beſtieg der Leutnant ſeinen Rap⸗ pen und ſprengte davon. Frau Woller nahm ihr Kind auf den Arm und trat, von ihren übrigen Kindern, welche der Verletzten Troſt einſprachen, begleitet, den Heimweg an. Linchen hielt noch immer ihr Aehrenbündel feſt gegen* ihre Bruſt gedrückt, während ihre Mutter und Geſchwiſter mit keinem Athemzuge an die Frucht ihrer heutigen ſauern Arbeit dachten. Der Korb mit ſeinem werthoollen In⸗ halt, ſo wie die reichen Aehrenbündel der drei älteren Kinder würden daher verloren geweſen oder die Beute