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Lingg von Linggenfeld : ein deutscher Biedermann / von Gustav Nieritz
Entstehung
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officier vom Pferde, das er dem Reitknecht übergab, und näherte ſich mit beſorgter Miene der Schmerzensgruppe, die durch die übrigen Geſchwiſter Carolinens vermehrt worden war. Auch die zerſprengte Kinderarmee näherte ſich wieder und umringte voll Neugierde und Theilnahme die Wollerſche Familie. Dabei warfen ſich die Knaben heimlich ſelbſt vor, daß ſie einen großen Antheil der Schuld bei dem geſchehenen Unglck trügen.

Iſt die Kleine ſehr beſchädigt? fragte der junge Huſar mit großer Theilnahme die Mutter.

Mein armes Kind! weinte dieſe.Es ſtirbt!

Dieſe Worte riefen bei Linchens Geſchwiſtern einen Aufſchrei des tiefſten Schmerzes hervor.

Sehen wir, wo und wie das Kind verletzt worden iſt, fuhr der Huſar fort, indem er die Kleine zu unterſuchen begann.

Da kommt Blut gelaufen! ſchrie Thereſe voll Ent⸗ ſetzen.

Das rechte Bein ſcheint einen Tritt erhalten zu haben ſprach der Leutnantoder nur von dem Pferdehufe geſtreift zu ſein. Der Kopf iſt unverletzt, ſo auch der Leib, der durch das dicke Aehrenbündel geſchützt worden iſt.

Wie bei jedem Unglück ein Glück vorzukommen pflegt, ſo auch hier. Linchen hatte ihr Aehrenbündel, von wel⸗ chem Thereſe vorhin geſagt hatte, daß es die Kleine wie eine Puppe feſthalte, auch dann nicht losgelaſſen, als ſie mit dem ſcheuen Rappen zuſammengetroffen war, und dieſer Umſtand vornehmlich zu ihrer Erhaltung beigetragen.