————
———
7
ehrliche Leute gekopft, laufen ohne Hoſen einher und ſollen auch ſonſt greulichen Unfug machen. So hat's uns unſer Lehrer, Herr Tiefenbach, mehr als einmal erzählt. Eine franzöſiſche Frau ſoll ſogar die Finger ihrer kleinen Toch⸗ ter mit Baumwolle umwickelt und dieſe angezündet haben, weil ſie die arme Königin bemitleidet hatte. Stelle du doch die Franzoſen vor, Andreas, und laß uns dafür die Preußen machen.“
„Meinetwegen!“ verſetzte der junge General—„aber dann ſtehe ich euch nicht dafür, daß ihr verliert und von uns geſchlagen werdet. Doch was wäre das für ein Soldatenweſen, wenn jeder Untergebene ſich gegen ſeinen Feldherrn auflehnen dürfte? Ha! wenn ich jetzt kom⸗ mandirte: Rechts um kehrt! vorwärts, marſch in die Fulda hinein, hinübergeſchwommen und das jenſeitige Ufer erſtürmt, ſo müſſet ihr mir Gehorſam leiſten!“
Ein gemeinſames Auflachen, Schreien, Pfeifen und Heulen waren die nächſte Folge dieſer verwegenen Worte. Gleich darauf ſtob der ganze jugendliche Kriegerhaufe aus einander, denn der erzürnte General begann mit ſei⸗ ner hölzernen Waffe derbe Hiebe nach allen Seiten aus⸗ zutheilen. Gerade in dieſem Augenblicke kehrte der Huſaren⸗ leutnant von ſeinem kurzen Ausritt zurück und gerieth unter die toll lärmenden Knaben, die nun ihr Geſchrei verdoppelten. Der Rappe ſcheuete, ſtieg auf die Hinter⸗ füße empor und trieb ſich, während ſein Reiter ihn zu zügeln ſtrebte, in tollen Kreuz⸗ und Querſprüngen umher. Die flinken Füße der Knaben rugen dieſe ſchnell in Sicher⸗ heit vor dem wilden Rappen. Nicht ſo glückte es der


