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wie ein blankgewichſter Stiefel glänzte. Unwillig kauete das edle Thier an ſeinem Gebiß, ſo daß der milchweiße Schaum ſeine ſchwarze Bruſt in vielen Flocken bedeckte. Als kenne es die Schönheit ſeines Reiters, erhob es ſtolz ſeinen Kopf und ſeinen Schweif, während es durch die weitgeöffneten Nüſtern brauſend ſeinen Athem hervorſtieß und die Füße, leicht wie im Tanze, bewegte.
„Wenn ich groß bin“— ſprach Valentin mit Feuer —„ſo werde ich, was Harters Benno iſt.“
„Du?“ verſetzte die Mutter ſpöttiſch.„Nicht einmal bis zum Reitknecht bringſt du es. Wo denkſt du hin, einfältiger Junge? Der Rappe allein koſtet 100 baare Ducaten und der Fuchs des Reitknechts mindeſtens halb ſo viel. Rechneſt du hierzu das Uebrige, was ein Hu⸗ ſarenleutnant zu ſeiner Ausrüſtung bedarf, ſo langen 1000 Thaler kaum. Woher willſt du dieſe nehmen? Wenn ich mir ja Etwas wünſchte, ſo wäre es der Ha⸗ fer, den der Rappe allein, Jahr aus, Jahr ein, verzehrt. Hätten wir den, ſo brauchten wir insgeſammt weder Brot zu kaufen, noch Aehren zu leſen.
„Wie?“ fragte Thereſe erſtaunt—„ein einziges Pferd fräße ſo viel als wir ſechs zuſammen brauchten?“
„So iſt's!“ ſprach die Mutter—„darum koſtet auch die Erhaltung eines Pferdes ſo viel. Und nun bedenkt einmal, was erſt es koſten mag, um die ſämmtlichen Rei⸗ terregimenter, die unſer Kurfürſt beſitzt, zu erhalten! Die vielen Pferde noch gar nicht gerechnet, welche vor die Kanonen und Kriegswagen geſpannt und von den In⸗ fanterieofficieren und deren Dienern geritten werden.“


