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Amboiſe mit ergreifender Stimme—„ſchwing' Dich auf zu des Himmels ſeligen Höhen! Nimm es auf, Vater im Himmel, Dein Kind! und gieb es ſeinen vorangegangenen Aeltern wieder!“
Während der Pfarrer den Todten ſegnete, lagen die Anweſenden im leiſen Gebete auf ihren Knieen. Zuerſt erhob ſich Süperbe, um mit zitternder Hand dem todten Kindeshaupte eine Locke zu entnehmen.
„Wie verklärt und freundlich ſein Antlitz lächelt!“ ſprach ſie dabei weinend.
„Es iſt dieß der freudige Abſchiedsgruß des Geiſtes“ — erwiederte der Pfarrer bewegt—„welcher bereits des Himmels Seligkeit empfindet und um keinen Preis in ſeine irdiſche Hülle zurückkehren möchte. Dieſe leibliche Verklä⸗ rung des Todten iſt uns zugleich der ſicherſten Bürgen einer, daß alle Leiden dieſer Zeit nicht werth ſind der Herrlichkeit, die dort an uns ſoll offenbaret werden.“
„Die arme Dauphine!“ klagte Süperbe—„ſie wohnt nur einige Ellen hoch über uns und darf nicht einmal ihren geliebten Bruder im Todte ſehen!“
„Deſto unzertrennlicher werden die erhabenen Dulder jenſeits vereinigt bleiben“— tröſtete der Pfarrer.
Dieſer und Süperbe blieben bei dem todten Dauphin bis zu deſſen Beerdigung.
Die Beamten der Regierung erſchienen, um ſich von dem Tode ihres langſam gemordeten Gefangenen zu überzeugen. Man verſetzte deſſen Leichnam in einen gewöhnlichen Sarg und ſchaffte ihn ohne alles Gepränge und in der Stille nach dem Kirchhofe der Parochie Sainte Marguerite, wo er in der großen, allgemeinen Grube beerdigt wurde. Gefliſſent⸗ lich wollte man durch dieſe Maaßregel verhindern, daß die kleine Königsleiche ſpäter wieder erkannt und unter der Menge der übrigen Begrabenen hervorgezogen werden könne.


