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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Sie tadelten in lauten Worten die gewiſſenloſe Behandlung des jugendlichen Gefangenen und daß man denſelben noch immer durch das entſetzliche Geräuſch ſeiner Riegel und Schlöſſer erſchrecke. Hierauf winkte der Dauphin den am lauteſten ſprechenden Doctor Pelletan zu ſich heran und bat ihn, etwas leichter zu ſprechen.

Meine Schweſter ſprach der zärtliche Bruder könnte Eure Worte vernehmen und daraus ſchließen, daß ich krank ſei. Das würde ihr viel Kummer bereiten.

Die beiden Aerzte ließen das hinfällige Kind in den Saal des Gefängniſſes bringen, deſſen Fenſter auf den Garten gingen. Der Anblick des freundlichen Sonnen⸗ lichts und des Grünen ſchien dem Aermſten wohlzuthun, und er vergalt die Sorge der Aerzte mit einem matten Lächeln.

Die Schwäche des königlichen Kindes nahm nun ſo raſch zu, daß man ſchon am 7. Juni 1795 ſeine Auflöſung befürchtete.

Es war am 8. Juni Vormittags, als Süperbe, Griſ⸗ ſard, der Pfarrer Amboiſe und noch einige Bewohner des Tempels um des Dauphins Lager verſammelt waren. Der Pfarrer war, auf Süperbens ihm gemeldete Befürchtung von dem bevorſtehenden Ende des Prinzen, von Miraille nach Paris und in den Tempel geeilt.

Der jugendliche Dulder, der ſtatt der irdiſchen Krone nur die himmliſche tragen ſollte, lag, zu einem Gerippe abgezehrt und bleich wie ein weißes Marmorbild, auf ſeinem, von der Morgenſonne beſchienenen Lager. Mit Ausnahme der leiſe aufſtöhnenden Bruſt und des geiſterhaft blickenden Auges glich Ludwig XVII. bereits einer Leiche. Selbſt im Todeskampfe noch von ſeiner geliebten Schweſter geſchieden, trocknete an deren Stelle Süperbe mit einem weichen Ge⸗ webe die Schweißperlen von der hohen Stirne des armen Dulders. Zu des Bettes Haupte betete der würdige Pfar⸗