Mahle einige Ergötzlichkeiten, und beſonders Früchte, hinzufügen ſolle.
Nachdem die Beamten dieſe Anordnungen getroffen hatten, kehrten ſie zu dem Prinzen zurück, welcher indeß Alles aufgezehrt hatte. Daſſelbe that er mit einer damals ſeltenen Weintraube, welche man auf den Befehl der Be⸗ amten herbeigebracht hatte. Auf die Frage, ob er noch mehr davon wünſche, blieb er die Antwort ſchuldig.
Wie fürchterlich mochten die Leiden des unglücklichen Dauphin geweſen ſein, da ſie das größte der kindlichen Bedürfniſſe— das Sprechen— ihm vergällt hatten!
Trotz dem Berichte der drei Beamten, in welchem Zu⸗ ſtand ſie den Dauphin gefunden hatten, ließ die Regierung noch drei volle Monate verſtreichen, bevor ſie einen Arzt, den Doctor Deſault, abſendete, um für den leidenden Kna⸗ ben Sorge zu tragen. Dieſer wackere Mann erledigte ſich ſeines Auftrags mit ſolcher Hingebung und Pünktlichkeit, daß der Prinz, davon gerührt, ſein bisher hartnäckig gegen die übrigen Beſuche beobachtetes Schweigen brach und ſein Verlangen, den menſchenfreundlichen Doctor länger bei ſich zu ſehen, dadurch an den Tag legte, daß er ihn bei dem Ende ſeines Kleides zurückhielt.
Leider ſtarb Deſault ſchon am 1. Juni 1795 und man wollte ſeinen plötzlichen Tod einer Vergiftung zuſchreiben, die er ſich durch ſeine liebevolle Fürſorge gegen den Dauphin zugezogen hätte. An ſeiner Stelle beauftragte man die Doctoren Pelletan und Dumangin mit des Prinzen Pflege und Heilung. Aber es iſt nur zu gewiß, daß man in der Furcht, in dem kleinen Ludwig einen Rächer heranwachſen zu ſehen, demſelben nicht eher einige Menſchlichkeit widmete, als bis es damit zu ſpät und ſein Untergang nur zu gewiß war. Dieß beſtätigte auch der Ausſpruch jener beiden Aerzte, welche für den armen Leidenden nichts weiter thun konnten, als ihm ſein Ende ſo leicht als möglich zu machen.


