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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Bewegung geſetzte Maſchine. Harmand fand ähnliche Beu⸗ len an beiden Knieen.

Jetzt, mein Herr, ſprach Harmandgehen Sie einmal.

Der Dauphin that dies ſogleich, indem er ſich nach der Thüre hinbewegte, welche beide Bettſtellen von einander ſchied. Dann aber ſetzte er ſich augenblicklich wieder, ob⸗ gleich ihn Harmand nochmals zum Herumgehen aufforderte.

Wie der Prinz, die Ellnbogen auf das Tiſchchen ge⸗ ſtützt, ſeinen Beſuch mit unverwandten Augen betrachtend, mit marmornen Geſichtszügen und lautlos da ſaß: ſo hätte man ihn für ein Steinbild oder für eine Wachsfigur halten mögen.

Noch ſtanden die drei Beamten betroffen über des Prin⸗ zen Benehmen und unentſchlüſſig da, als ein neues klägliches Schauſpiel ihren Blicken ſich zeigte.

Man trug das Mittagseſſen des rechtmäßigen Königs von Frankreich auf, des Erben von 60 Königen! Dieſes Königsmahl beſtand aus einer ſchwarzen Suppe, obenauf mit einigen Linſen überſtreut und in einem rothen, thöner⸗ nen Schüſſelchen, zweitens in einem kleinen Stück gekochten Fleiſches, ebenfalls ſchwarz und, wie der Geruch bezeugte, von ziemlichem Alter, auf einem Teller von derſelben Be⸗ ſchaffenheit wie die Schüſſel; in einem anderen Teller be⸗ fanden ſich ebenfalls Linſen und in einem dritten ſechs, eher verbrannt als geröſtet zu nennende Kaſtanien. Löffel und Gabel waren von Zinn; ein Meſſer fehlte, damit ſich das Kind nicht etwa mit demſelben ein Leid anthue! Wein fehlte.

Beſtürzt über das, was ſie geſehen, zogen ſich die Be⸗ amten in das Vorzimmer zurück, wo ſie erfuhren, daß früher das Eſſen noch weit ſchlechter geweſen ſei, welches man dem Dauphin gereicht hatte.

Sie ordneten an, daß man ſofort dem prinzlichen