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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Nachdem die Schlöſſer und Riegel der beiden Thüren des Gefängniſſes unter großem Geräuſch geöffnet worden waren, fanden die Beamten den kleinen Prinzen an ſeinem Tiſchchen ſitzen und mit ſeinen Karten beſchäftigt. Dieß war im Februar 1795.

Der Prinz trug ein neues Matroſenkleid von braunem Tuch, das Haupt unbedeckt und beachtete nicht den fremden Beſuch. Harmand näherte ſich ihm und benachrichtigte ihn, daß ſie von der Regierung beauftragt wären, ſeinen Zu⸗ ſtand, von welchem man Nachtheiliges vernommen hätte, zu unterſuchen. Er fragte den Dauphin, ob er ein Pferd, einen Hund, Vögel oder Spielzeug ſich wünſche? Ob er einen oder mehrere Spielkameraden haben, ob er in den Garten hinab oder auf die Thurmplatte hinauf ſteigen, ob er Kuchen oder Zuckergebäck genießen möchte?

Der arme Ludwig! Er mochte dieſe Anerbietungen für Hohn halten oder bereits einſehen, daß ihm nichts mehr Freude machen könne, nachdem man ihm das Liebſte und Theuerſte geraubt, ihm Leib und Seele unrettbar vergiftet und verwahrloſet hatte. Er blickte den Verſucher ſtarr an und erwiederte kein Wort. Umſonſt verſchwendete Harmand eine Fülle von Fragen und Ermahnungen. Der Dauphin blieb ſtumm, wie er bereits ſeit einem Jahre gegen ſeine Peiniger und Kerkermeiſter gethan hatte.

Mein Herr fuhr Harmand fortreichen Sie mir gefälligſt Ihre Hand.

Der Prinz gehorchte und Harmand fühlte, im Weiter⸗ greifen, eine Geſchwulſt an dem Handgelenk und eine am Flnbogen, ohne daß der Prinz bei dieſem Anfühlen einen Schmerzensausdruck gezeigt hätte.

Auch die andere Hand! bat Harmand. Er erhielt ſie und entdeckte hier nichts.

Erlauben Sie mir, Ihre Beine und Kniee zu berühren fuhr jener fort und der Dauphin ſtand auf wie eine in