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abgewiſcht hatte, näherte ſie ſich dem Lager des Dauphins, um daſſelbe mit reinem Ueberzug zu verſehen und aufzuſchütteln.
Diesmal gehorchte Ludwig der erneuten Bitte Süper⸗ bens und verließ, angezogen wie er war, ſein Lager, um ſich, wie ein ſcheues Rebhuhn, in einen Winkel des Zim⸗ mers zurückzuziehen. Süperbe brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus, indem ſie die mißliche Beſchaffenheit des prinzlichen Lagers erkannte, das ſeit Monaten weder ge⸗ lüftet, noch aufgeſchüttelt, noch mit reinen Ueberzügen ver⸗ ſehen worden und darum hart wie ein Bret war. Dennoch hatte Ludwig den größten Theil des Tages und die Nächte hindurch auf demſelben zugebracht, um wachend wie träu⸗ mend an ſeine Aeltern, Schweſter, Tante und an die glück⸗ lichere Vorzeit zu denken.
Immer ſchmerzlicher weinte Süperbe, während ihre Hände ſo ſchnell als möglich das Bett in Ordnung brachten.
Nachdem dieſe Arbeit vollbracht war, näherte ſich Si⸗
perbe dem unglücklichen Kinde und ſagte mit gerührter Stimme:„Kennen Sie mich nicht mehr, gnädigſter Herr? Ich bin ja die kleine Buckelige, die gern ihr Leben für Sie hingeben möchte! Wie befinden Sie ſich? Ach, ich habe Sie recht lange nicht geſehen.“
Der Dauphin ſchwieg beharrlich. Sein Gemüth war verſtockt wie die Luft, die er einathmete.
„Haben Sie mir keinen Auftrag an Ihre Schweſter, die Dauphine, zu ertheilen?“ fuhr Süperbe fort.
Das Wort„Schweſter“ fiel wie ein zündender Funke in des Dauphins erſtarrtes Herz. Sein Blick erglänzte nund mit etwas unſichrer, haſtiger Stimme erwiederte er: „Meine Schweſter? Lebt ſie noch?“
„Sie lebt“— antwortete Süperbe—„und befindet ſich hier in demſelben Thurme über Ihrer Wohnung.“
„Sie lebt noch wiederholte Ludwig vor ſich hin und verſank in tiefe Gedanken.
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