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Schlöſſer dem Ohre des armen Gefangenen jedesmal eine ſchlimme Muſik ſein. Beim Eintritt in des Prinzen oder jungen Königs Wohnung, in welcher wegen der, die größere Hälfte der Fenſter verdeckenden Laden, ein Halbdunkel herrſchte, erblickte Süperbe in des Zimmers Mitte einen kleinen, niedrigen Tiſch nebſt einem dergleichen Stuhl. Auf der Tiſchplatte lagen Spielkarten umher, von denen einige zu Häuſern, Käſtchen und ähnlichen Gegenſtänden aufge⸗ baut waren. Ein irdener Krug mit Waſſer zum Waſchen gefüllt, ſtand unbenutzt und mit Staub bedeckt an der Vorderwand. Und Staub und Spinneweben deckten den Fußboden, ſo wie die nackten ſchmuzgrauen Wände. Hinter
der Thüre, auf der linken Seite des Zimmers ſtand ein
kleines Bett, das des Prinzen, weiterhin ein zweites, leeres, welches vordem der Schuſter Simon inne gehabt hatte. Uebrigens war das Zimmer von allem gewöhnlichen Geräth entblößt und dem Anſchein nach unbewohnt. Erſt nachdem Süperbe's Augen ſich mehr an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte ſie das arme Opfer des Volkshaſſes auf ſeinem einſamen Lager. Nur das breit gedunſene, bleiche und durch den angeflogenen Schmuz ergraute Antlitz des Dauphin ſchaute unter der Bettdecke hervor und folgte mit geiſterhaftem Blick den Bewegungen Süperbens.
Dieſer drohte das Herz zu brechen bei dem Anblicke des faſt unkenntlich gewordenen Kindes! Sie knickſte demuths⸗ voll vor dem jugendlichen Dulder zuſammen und begann dann mit möglichſter Schonung das Zimmer von ſeinem Staube und Schmuze zu reinigen. Ihre ehrfurchtsvolle Bitte an den Dauphin, für die Dauer des Reinigens und Lüftens in das Vorzimmer ſich zu begeben, blieb ohne Ant⸗ wort und ohne Gewährung derſelben. Nicht ohne Gefahr erklomm Süperbe die Fenſterbrüſtung, um die oberen Fenſter⸗ flügel zu öffnen und die ſo nöthige friſche Luft einſtrömen zu laſſen. Nachdem Süperbe ausgekehrt und den Staub


