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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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und er wieder mit ſeinem bisherigen Dienſte betraut wor⸗ den ſei, daß er ſich ferner des Schutzes der gegenwärtigen Machthaber zu erfreuen habe und er einen Jeden bei ihnen verklagen werde, der ihm feindſelig in den Weg treten wolle.

Die Municipalbeamten im Tempel waren ihrer Sache nicht mehr gewiß und bei dem Regierungswechſel für ihre eigenen Köpfe und Stellen beſorgt; ſie wagten es nicht, Griſſard fortzuweiſen, deſſen Dienſt übrigens weder ſo an⸗ genehm, noch lohnend war, um Neid zu erregen.

Wenn aber ſteter Tropfen ſogar den Stein höhlet, ſo bewirkten auch Süperbe's unabläſſige Bemühungen und kleine Dienſterweiſungen gegen die mit der Aufſicht des Tempels betrauten Perſonen, daß man ihr endlich die Be⸗ ſorgung geringfügiger Geſchäfte in der Nähe der beiden königlichen Gefangenen überließ. Da in der Folge die ſtrengen Aufſeher des Tempels mit milderen vertauſcht wur⸗ den, ſo erflehte Süperbe endlich von ihnen die Erlaubniß, die Reinigung, Lüftung und Heizung der Zimmerderköniglichen Gefangenen beſorgen zu dürfen. Anfänglich geſchah dies unter ſtrenger Aufſicht und Bewachung, die aber nach und nach an Eifer nachließ und Süperben eine vertraulichere Annäherung zu dem Dauphin und der Dauphine geſtattete. Hörbar faſt pochte Süperbens Herz, als ſie zum erſten⸗ male es war zu Ende des Oktobermonats 1794 des Dauphins Gefängniß betreten ſollte. Das Geräuſch der zurückgeſchobenen, ſchweren Eiſenriegel und das Aufſchließen der Schlöſſer machte einen Schauer über ihren Körper rie⸗ ſeln. Dieſe Sicherheitsmaßregeln waren wegen eines noch nicht zehnjährigen Kindes getroffen worden! Zitternd be⸗ trat fie das kleine Vorzimmer, in welchem ein Ofen von weißer Faience ſo geſtellt war, daß er durch eine Oeffnung in der Wand das angrenzende Zimmer des königlichen Kin⸗ des mitheizte. Auch deſſen Thüre war eben ſo feſt ver⸗ wahrt wie die erſte und mußte der Lärm der Riegel und