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größten Entzücken vor derjenigen Thür des Tempels, durch welche er mit den beiden Mädchen täglich eingelaſſen worden war.
„Willſt Du Dein Leben nochmals in Gefahr ſetzen“— fragte Griſſard nach dem erſten Willkommen und nachdem ihm Süperbe die Art ihrer Rettung erzählt hatte—„weil Du Dich hier zeigſt? Wir haben Alma's Mutter und Geſchwiſter aufgefunden und wollen auf der Stelle Paris verlaſſen.“
„Ich bleibe hier“— erwiederte Süperbe feſt—„wo mich mein Gewiſſen zurückhält. Oheim, Ihr habt auch Euren Antheil an Dem, was der unglücklichen Königs⸗ familie widerfahren iſt. Darum muß ich wieder gut zu machen ſuchen, ſo viel in meinen ſchwachen Kräften ſteht.
„Ach!“ verſetzte Griſſard—„was wirſt du ſchwaches Geſchöpf ausrichten? Um den königlichen Kindern zu helfen, gehört große Macht dazu.“
„Wenn ich ſie auch nicht zu befreien vermag“— erwiederte Süperbe— ſo kann ich ſie doch vielleicht tröſten oder erquicken, und wenn es nur mit einem Glaſe friſchen Waſſers wäre.“
Griſſard mochte einwenden, was er wollte, Süperbe blieb bei ihrem Entſchluſſe, den der Pfarrer lobte und be⸗ feſtigte. Griſſard, von dem Gefühl ſeiner Sündenſchuld gepeinigt, mochte nun auch ſeine Nichte nicht verlaſſen und blieb daher gleichfalls in Paris zurück, während Frau Malmier nebſt ihren Kindern und dem Pfarrer nach Miraille abreiſeten. Jedoch verſprach der Letztere wieder nach Paris zurückzukommen, ſobald ſeine Anweſenheit in Miraille we⸗ niger nöthig als in Paris ſein würde.
Am Abende verſah ſich Griſſard in gewohnter Weiſe mit ſeinem blechernen Oelgefäß und ſeinem übrigen Lampen⸗ putzergeräth und forderte, in Süperbe's Begleitung, Ein⸗ laß in den Tempel, als wenn nichts vorgefallen wäre. Er verſicherte mit dreiſter Stimme den Tempelaufſehern, daß ſeine und ſeiner Nichten Unſchuld vor Gericht erkannt
Nieritz. Des Königs Kind. 1¹


