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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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vierzehntes Kapitel.

Das Ende.

Es iſt wahr, daß nach Robespierre's Sturz Paris freier wieder aufathmete und neues Leben bekam. Allein noch immer fürchteten die jetzigen Machthaber die Rückkehr der königlichen Gewalt und darum lag es auch in ihrem Plane, den letzten Sprößling des Königthums in dem klei⸗ nen Ludwig verkümmern zu laſſen. Aus dieſem Grunde ge⸗ wann durch Robespierre's Hinrichtung das leidenvolle Da⸗ ſein des Dauphin keine Erleichterung. Man bewachte ihn

noch immer mit gleicher Strenge, nur mit dem Unterſchiede

jetzt, daß er von dem Teufel Simon befreit war und ganz allein

in ſeinem Gefängniſſe blieb. Man verſah ihn zwar noth⸗

dürftig mit Speiſe und Trank, doch nicht mit friſcher Leib⸗ wäſche, mit reinen Bettüberzügen, mit Waſchwaſſer, mit Büchern, mit Unterricht und Unterhaltung. Niemand er⸗

ſchien, um ſein Gefängniß zu kehren oder zu ſcheuern, um

nach ſeinem Befinden oder ſeinen Bedürfniſſen zu ſehen oder zu fragen. Durch eine Oeffnung in der Wand wurde ihm ſeine Nahrung dargereicht. Der arme Ludwig ähnelte einem gefangenen Vögelein, nur mit dem Unterſchiede, daß dieſes munter von einem Stängelchen zum andern hüpft und ſingt. Ach, Ludwig ſang ſchon lange nicht mehr. Er hatte in ſeiner Einſamkeit das Sprechen verlernt und die Luſt dazu gänzlich verloren. Man vergönnte ihm nicht ein⸗ mal das kleine Vergnügen, aus ſeinen Fenſtern blicken zu dürfen, denn man hatte dieſe mit Läden dergeſtalt verwahrt, daß nur durch den oberen Fenſtertheil das Tageslicht herein⸗ ſcheinen konnte.

Griſſard hatte richtig errathen, daß, wenn Süperbe dem Fallbeile entgangen ſei, er ſie in der Nähe des Tem⸗ pels zu ſuchen habe. Er fand das Mädchen zu ſeinem