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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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der Barriere führten, als ihren eiligen Schritten ein neues Hinderniß entgegentrat.

Himmel! rief Alma erſchrocken ausWas ſeh' ich? Des Herrn Pfarrers Geiſt! Da kommt er auf uns zu! O Gott!

Kein Geiſt erwiederte Herr Ambviſe, indem ſich ſein trübes Antlitz erheiterteſondern ich bin es ſelbſt. Gott erkannte mich noch nicht für reif genug für ſeinen Himmel, und darum wurde ich geſtern in dem Volksgetümmel von dem Karren geriſſen, von der Menge geſchützt und fortge⸗ führt.

Und Süperbe? fragten Griſſard und Alma zugleich.

Was aus ihr geworden iſt, weiß ich nicht, antwortete Herr Amboiſe.Hundert Menſchen und Arme benahmen mir alle Ausſicht. Ich habe aber ſpäter vernommen, daß die übrigen Verurtheilten insgeſammt unter die Guillotine gebracht worden find. Darum iſt Süperbe jedenfalls ſchon eine Bewohnerin des Himmels und jeglicher Erdennoth ent⸗ hoben.

Darüber muß ich Gewißheit haben ſprach Griſ⸗ ſard eifrig.Ach, wenn meine Süperbe noch lebte! Dann erſt wollte ich mich meiner Rettung freuen. Iſt ſie noch nicht guillotinirt, ſo weiß ich, wo ich ſie zu ſuchen habe. Ich bleibe noch in Paris.

Das dürfte auch das Rathſamſte für uns Alle ſein meinte der Pfarrer.Hier, wo die Schreckensherrſchaft gebrochen iſt, halte ich es für ſicherer als auf dem platten Lande, wo noch Robespierre's Anhänger ihr grauſames Regiment fortführen. Warten wir daher ab, bis überall das Morden eingeſtellt worden iſt.

So blieb denn die kleine Geſellſchaft noch in Paris, das nach Robespierre's Sturz neues Leben bekam.