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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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plagt haben und das Ende unſerer Tage naht heran ſo ergeht an uns der Freudenruf:Kommtherbei, herauf! Das Mahl iſt bereitet! Dann entkleiden wir uns der irdiſchen Hülle, die uns oftmals drückte und beengte, und legen an die himmliſchen Feierkleider, und bekommen angewieſen unſern Platz an den unabſehbaren Speiſetafeln, wo die lieben Enge⸗ lein, Seraphims und Cherubims, uns bedienen mit Himmels⸗ Speiſe und Trank. Wie übel iſt dagegen der Heide daran, welcher nicht ſelten ſein eignes Kind dem falſchen Götzen zu einem grauſamen Opfer darbringt und nichts von Dem weiß, der da iſt der Weg, die Wahrheit und das ewige Leben! Doch, was ſeh ich da liegen?! Einen gefüllten Mantelſack! Wie kommſt Du zu demſelben?

Süperbe erzählte den Hergang der Sache, worauf Herr Ambvoiſe fragte:Was gedenkſt Du zu thun, Kind?

Sobald ich meine Ziegen am Abend heimgetrieben haben werde verſetzte Süperbewill ich den Fund auf das Schloß tragen.

Das Rechte zu thun, ſoll man nicht ſäumen ſprach der Pfarrer.Es könnte wohl ein Strauchdieb vorüber kommen, den Mantelſack erblicken und Dir denſelben mit Gewalt abnehmen. Geh', Kind, auf der Stelle und gieb zurück, was nicht Dein iſt.

Aber meine Ziegen?! erwiederte Süperbe kopfſchüt⸗ telnd.Wenn eins nur von den Thieren wegkäme, ſo ver⸗ löre ich meinen Dienſt und müßte obendrein den Schaden erſetzen. Dazu bedarf das getretene Böcklein meiner, zum Auflegen friſcher Umſchläge.

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