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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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20 Inhalt des Mantelſacks nicht einmal durch äußeres Anfüh⸗

len unterſuchte. Geſtern ſprach ſie zu ſich ſelbſtbot Annette

Loraine unſerm jungen Herrn einen guten Tag und er

nannte ſie, als er ihr dankte, liebes Kind. Warum ſchimpfte er mich dagegen vorhin eine kleine Hexe? Ach, das kommt daher, weil ich ſo mißgeſtaltet bin und Annette dagegen ein bild⸗ hübſches Mädchen iſt. Kann ich aber etwas dafür, daß ich ausgewachſen bin und einen Höcker habe? Iſt das nicht ſchon Unglück genug an ſich, daß man mich noch obendrein deswegen verhöhnt? Bin ich doch nicht Schuld an meiner Mißgeſtalt, ſondern ein recht trauriger Unfall, der zugleich meiner Mutter das Leben koſtete. Doch halt! Da fällt mir ja ein, daß ich vorhin die Kröte wegen ihrer Häßlichkeit tödten wollte, die auch nichts dafür kann, daß ſie eine Kröte geworden iſt. Ha! ich will nicht einmal leiden, daß man mich wegen meiner Häßlichkeit beſchimpft oder ver⸗ ſpottet, und wollte doch gleichwohl ein armes Geſchöpf wegen ſeines häßlichen Ausſehens tödten! Ach, lieber Gott! wie hätte ich denn thun müſſen, wenn Du mich zu einer Kröte oder gar zu einem Regenwurme geſchaſſen hät⸗ teſt, der nicht einmal gehen und ſehen kann? Der ſich mit Füßen treten, oder gar an einen Angelhaken ſtecken laſſen muß, um die Fiſche zu ködern? Habe ich es doch vielmal beſſer noch, als meine Ziegen, die nur meckern können, mögen ſie ſich nun freuen oder von Schmerzen geplagt wer⸗ den, und welche, wenn ſie noch gar nicht lange gelebt haben, geſchlachtet und gegeſſen werden. Was habe ich gethan, daß ich nicht zu einem Baume geworden bin, welcher ſich