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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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19 war, herabfiel und, von dem Reiter unbemerkt, auf der Erde liegen blieb.

Ein Gefühl von Schadenfreude durchzuckte für wenige Augenblicke Süperbe's Herz. Dann aber machte daſſelbe einer beſſeren Regung Platz, welche ſie bewog, den Rei⸗ tern ſchreiend nachzulaufen. Jedenfalls vernahmen dieſe Süperbe's durchdringende Stimme; allein keiner hielt an oder wendete ſich, um nach der Urſache dieſes Schreiens zu fragen. Da ging Süperbe hin und hob den Fund auf, welcher ſich ziemlich ſchwer erwies. Mit ihrer Bürde be⸗ laden, kehrte ſie zu ihrer Ziegenheerde zurück, wo ſie vor allen Dingen ihre Aufmerkſamkeit und Sorge dem getrete⸗ tenen Thiere zuwendete. Zwar drängte ſie die Neugierde, vor allen Dingen den Inhalt des Mantelſacks zu unter⸗ ſuchen; allein ſie beſiegte ihre Luſt und wuſch die von dem Hufeiſenzacken geriſſene und blutende Wunde mit friſchem Waſſer aus, worauf ſie ihr Taſchentuch in's Waſſer tauchte und ſolches auf die Wunde als kühlenden Umſchlag legte.

Das junge Thier, welches Süperbe auf weiches Gras gebettet hatte und nicht auf die Beine treten konnte, ließ geduldig mit ſich machen, was man wollte. Zuweilen nur ließ es ein ſchwaches Meckern von ſich hören und leckte die ihm helfende Hand Süperbe's, was dieſe tief rührte.

Ich werde mich hüten ſprach ſie ſpäter, indem ſie ihren Fund anblickteden Mantelſack zu öffnen und darin umherzuſtöbern. Ich würde die Sachen darin doch nicht wieder ſo einpacken können, als ſie vorher gelegen haben, und dann hätte ich keine Ehre davon.

Süperbe bemeiſterte ſo ſehr ihre Neugierde, daß ſie den