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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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0 hinter dem Diener auf dem Pferde angeſchnallt geweſen

18 ler über Grashalmen auf und ab. Befand ſich die eine Balkenträgerin auf dem Gipfel eines Berges und bemühte ſich, ihre Laſt nach ſich zu ziehen, ſo ſchob die an⸗ dere von unten nach, ſo daß es zuweilen ausſah, wie wenn ein Seiltänzer einen Balken auf den Zähnen balancirt, auf deſſen Spitze oben ein Menſch ſitzt. Unermüdlich ſetzten die kleinen Thierchen ihr äußerſt ſchweres und ſaures Ge ſchäft fort und nur dann, wann das Hinderniß im Wege zu groß für ihre Kräfte war, trat eine dritte Gefährtin helfend ein, indem ſſie mit ihren Beißzangen die Laſt in der Mitte packte und fortſchaffte.

Noch betrachtete Süperbe die fleißigen Ameiſen, als plötzlich ihre Ziegenheerde erſchrocken auseinander ſtob und gleich darauf eilige Pferdehufe hörbar wurden. Haſtig blickte Süperbe auf und ſah zwei Reiter, den jungen Herrn Maurice von Lünette und deſſen Diener Mercier, daher ga⸗ loppirt kommen. Eine junge Ziege, welche nicht ſchnell genug bei Seite flüchten konnte, empfing einen Pferdetritt und wand ſich, kläglich meckernd, am Boden. Auf Süper⸗ be's Geſchrei wegen dieſes Unfalls erhob der junge Herr ſeine Reitgerte drohend und rief dabei:Schweig, Du kleine Hexe!

Da aber Süperbe mit Schreien und Jammern nicht nachließ, ſo wendete ſich Mercier, der Diener, nach ihr um und zeigte ihr die geballte Fauſt, indem er zugleich arge Schimpfworte gegen das Mädchen ausſtieß. Hierauf ſpreng⸗ ten beide unbekümmert und in raſender Eile davon.

Jetzt bemerkte Süperbe, daß ein Mantelſack, welcher