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dem Waſſer abſpiegelte. Bei dieſen Anblick ſtieß ihr Mund einen tiefen Seufzer aus und eine Thräne trat ihr in's Auge. Doch eben ſo ſchnell ſchien ſie ſich ihrer Schwäche zu ſchämen. Sie warf einen um Vergebung flehenden Blick gen Himmel und trieb ihre Ziegen raſch vorwärts. Bald hatte ſie ihr Ziel, den Felsabhang bei der Korkeiche, erreicht. Während hier die Ziegen ihrer Nahrung nachgingen, ſetzte ſich Süperbe eine Art von Schirm oder Hut gegen die immer heißer niederbrennenden Sonnenſtrahlen zuſammen, indem ſie ein kunſtreiches Geflecht von dünnen, biegſamen Weiden⸗ ruthen machte und ſolches mit reichem Eichenlaub überdeckte. Süperbe hatte überhaupt eine anſtellige Hand und war in allerlei netten, künſtlichen Arbeiten ſehr erfinderiſch.
„Der Strohhut wäre erſetzt—“ ſprach Süperbe zu⸗ frieden, indem ſie ihr Machwerk betrachtete und dann auf ihr Haupt verſetzte—„und darum bin ich doch etwas mehr werth als die Vogelſcheuche auf unſerm Kirſchbaum, die nicht ein Glied rühren kann.“
Süperbe ließ ſich ins weiche Gras nieder und ſtarrte gedankenvoll vor ſich hin. Sie hatte ihre Peiſche neben ſich gelegt und als ſie dieſelbe nach einiger Zeit in die Hand nehmen wollte, traf ſie auf einen kalten, weichlichen Gegen⸗ ſtand, der ſich im Graſe langſam regte.
„Huh!“ rief Süperbe und fuhr entſetzt empor.„Eine Kröte!“ Sie ſchüttelte ſich vor Schreck und Ekel.
„Welch' ein abſcheuliches Geſchöpf!“ ſprach ſie zu ſich ſelbſt.„Wie die dicken Augen vor dem Kopfe heraus ſtehen! Wie die faltenreiche, weißliche Kehle unaufhörlich wackelt! Dieſer breite Mund und der ſchmutzig braune Rücken mit


