„An meiner Hautfarbe iſt nichts mehr zu verbrennen—“ verſetzte Süperbe—„und ich ſelbſt ähnle ja einer Vogel⸗ ſcheuche ſo ſehr, daß mein Oheim mich auf unſern Kirſchbaum hätte pflanzen können, wenn ich nicht die Ziegen zu hüten hätte.“
„Du mußt dich nicht für häßlicher ausgeben als Du wirk⸗ lich biſt—“ ſprach Alma. Was uns anbelangt, ſo lieben wir Dich mehr als alle anderen Mädchen von Miraille, mehr noch als die reiche und ſchöne Heloiſe vom Schloſſe; denn Du biſt verſtändiger und beſſer als ſie Alle.“
„Du machſt mich ſchamroth—“ entgegnete Süperbe ernſt —„und darum darf ich Dich nicht länger anhören. Guten Tag!“
„Wohin treibſt Du heut deine Ziegen?“ fragte Robert die Ziegenhüterin.„Wir werden Dich aufſuchen, um wieder hübſche Geſchichten von Dir zu hören.“
„Heute hüte ich den Felſenabhang an der großen Kork⸗ eiche ab—“ antwortete Süperbe freundlich. Sie nickte den Kindern zu und ſchwang ihre Peitſche, indem ſie munteren Schrittes ihren flinken Ziegen nachfolgte.
Das zwrite Kapitel.
Süperbe.
Süperbe war jetzt allein mit ihren Ziegen. Als ſie an eine Waſſerlache kam, betrachtete ſie ihr Bild, das ſich in


