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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Noch waren die Kinder mit dem Verzehren ihres ein⸗ fachen Frühſtücks beſchäftigt, als ſie ein vielſtimmiges Ziegen⸗ meckern erſt an das Fenſter und gleich darauf aus der Stube zu gehen bewog. Eine Schaar alter und junger Ziegen und Ziegenböcke wanderte in der Nähe der Hütte vorüber, welche eine junge aber gebrechliche Hüterin hatte. Die Ziegenhirtin war ausgewachſen, wie man ſagt, hatte eine hohe Schulter und Hüfte, überdieß noch einen Höcker auf dem Rücken. Obgleich 19 Jahre alt, war ſie kaum ſo groß als wie die 11 jährige Alma.

Dieſe, ſo wie deren Geſchwiſter riefen der Ziegenhirtin einen mit Herzlichkeit ausgeſprochenen guten Morgen zu, welcher nicht minder freundlich beantwortet wurde.

Dein Oheim iſt nicht lange erſt von uns weg ſetzte Alma hinzu.Er wird ſo eben des Maire Gänſe aus dem Erbfenfelde der Herrſchaft verjagen. Du aber, arme Sü⸗ perbe, wirſt heute einen heißen Tag haben und viel von der Sonnenhitze leiden müſſen. Wo haſt Du denn Deinen Stroh⸗ hut gelaſſen? Soll ich Dir den meinigen leihen?

Mein Oheim hat ihn einer Vogelſcheuche aufgeſetzt erwiederte Süperbe, deren Name ein wahrer Spott auf ihren Körper, doch nicht auf ihr Gemüth wardie unſere Kirſchen vor den gefräßigen Spatzen behüten ſoll. Aber ich weiß mir auf andere Weiſe zu helfen und darum behalte deinen Strohhut, den Du ſelbſt recht gut brauchen wirſt, liebe Alma..

Arme Süperbe! bedauerte Almadeinen Stroh⸗ hut einer häßlichen Vogelſcheuche aufzuſetzen und Dich deß⸗ halb von den Sonnenſtrahlen ſchwarz brennen laſſen!

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