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„Du biſt ſchon fleißig geweſen“— ſprach die Mutter, indem ſie in dem Stübchen umherblickte—„haſt ausge⸗ kehrt, abgewiſcht und die Seidenraupen verſorgt. Das iſt brav von Dir und macht mir Freude.“
„Ach, meine liebe Mutter—“ entgegnete Alma, an die Mutter ſich anſchmiegend—„wie vergnügt ich bin! Wie wohl mir iſt! Ich bin geſund, ich habe Dich und Robert und Liſette, denen auch kein Zahn weh thut. Wir beſitzen eine Hütte, ein Gärtchen, einen Fleury, der uns die theuren Trüffeln aufſucht, einen Röhrbrunnen mit köſtlichem Waſſer, zwei Weinſtöcke vor den Fenſtern und einen lieben Gott, der uns immer das tägliche Brot beſchert hat und noch manches Andere dazu.“
„Du haſt Recht, Kind!— ſagte die Mutter—„und unſer Glück würde vollkommen ſein, wenn Dein Vater noch lebte.“
„Ich möchte nicht mit Fräulein Heloiſe tauſchen—“ erwiederte Alma—„obſchon ſie noch Vater, Mutter, einen Bruder und ein ſchönes Schloß beſitzt, überdies noch ſehr reich, geſund und ſchön iſt. Sie weint ſehr oft und beklagt ſich gegen mich, daß ſie in's Kloſter ſoll, ſobald ſie älter ſein wird. Es iſt wohl nicht hübſch im Kloſter, weil ſich Helviſe ſo ſehr davor fürchtet?“
„Mit Gewißheit kann ich Deine Frage nicht beantwor⸗ ten—“ ſprach Frau Malmier—„weil ich das Kloſterleben nicht aus Erfahrung, ſondern bloß vom Hörenſagen kenne. Es mag freilich ſehr ſtill und einſam darin zugehen und das eingezogene Leben einem jungen, eitlen Mädchen wenig ge⸗ fallen. Aber auch Heloiſens Vater, unſer Gutsherr, hat


