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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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blättern, welche ſie erſt in Stücken ſchnitt, bevor ſie die⸗ ſelben den Raupen zum Futter hinſtreute. Nachdem dies Alles vollbracht war, ſtellte ſich Alma in des Stübchens Mitte und blickte mit freudig blitzenden Augen umher. Ordnung und Reinlichkeit ſind die beſte Zierde in der Hütte wie im Palaſt. Beide herrſchten auch hier und darum freute ſich Alma über den Zuſtand des Stübchens, an welchem ſie einen großen Antheil hatte. Der Schatten des Weinlaubs am Fenſter malte ſich auf den reinlichen, weißen Stuben⸗ dielen ab und zitterte leicht an der Fenſterwand. Einzelne goldene Sonnenſtrahlen ſtahlen ſich zwiſchen die grünen Blätter hindurch und erleuchteten magiſch das Stübchen. Draußen ſchlug der Finke, trillerte die emporſteigende Lerche, ſchwirrte die flinke Schwalbe, ſang die Grasmücke ihr lieb⸗ liches Morgenlied und der Röhrbrunnen begleitete mit ſeinem Plätſchern die muntern Vögelſtimmen.

Schon öffnete Alma ihre friſchrothen Lippen, um gleich⸗ falls in den Geſang mit einzuſtimmen. Ein raſcher Blick jedoch nach der Kammerthüre machte, daß Alma den Zeige⸗ finger auf ihren Mund drückte und ſtumm blieb. In dieſem Augenblick öffnete ſich jene und eine Frau Alma's Mut⸗ ter trat herein.

Ei ſieh doch, Alma! hob die Frau anDu ſchon auf? Guten Morgen auch! Warum haſt Du mich nicht geweckt, ſondern zur Langſchläferin werden laſſen?

Du ſchliefſt ſo ſüß, liebes Mütterchen, verſetzte Alma daß ich Dich unmöglich wecken konnte. Auch hatteſt Du Dich geſtern bis ſpät Abend mit dem Eintragen von Reißholz geplagt, während ich daheim geblieben war und unſere Hütte bewachte.