unſer ſeliger Vater mit deiner Abrichtung ſich gegeben hat! Eine Milchkuh würde uns kaum ſo viel Nutzen bringen als du, guter Fleury!“
Fleury, ein Hund von mäßiger Größe, wedelte freudig mit dem Schweife, nieſete, und leckte die ſtreichelnde Hand ſeiner jungen Herrin, welche endlich in die Hütte zurückkehrte. In dem niedern Stübchen derſelben begann Alma— ſo hieß das Mädchen— mit rühriger Hand den Fußboden auszukehren, den Staub abzuwiſchen und jeden Gegenſtand an ſeinen beſtimmten Ort zu verſetzen. Am längſten ver⸗ weilte Alma in der einen Ecke des Stübchens, wo ein höl⸗ zernes Geſtell mit mehreren offenen Unterſchieden oder Fachwerken ſtand. Ein ſolches Geſtell, das zur Zucht der Seidenraupe beſtimmt iſt, findet man in den meiſten Bauer⸗ hütten Italiens und Frankreichs. Die Bewohner des Südens von Europa beſitzen nicht die Ausdauer und den unermüd⸗ lichen Fleiß des deutſchen Landmanns, welcher bei Froſt und Hitze, bei Schnee und Regen, den beſchwerlichen Feld⸗ arbeiten obliegt. Darum hat jenen der liebe Vater im Himmel eine leichtere und doch lohnende Arbeit zugewieſen, die, wenn ſchon kein Brot, ſo doch auch etwas Nützliches—
iſchafft. Dabei hat die Seidenzucht noch den Vortheil, 3 ſie von körperſchwachen und alten Leuten, von Gebrechlichen und Kindern beſorgt werden kann.
Mit flinker, aber behutſamer Hand reinigte Alma die Wohnung der weißen, kalkartigen Raupen, welche nicht, wie andere Raupen in dem ganzen Zimmer umherkriechen, ſon⸗ dern auf ihrem Geſtelle verharren Dann pflückte ſie draußen in der Nähe der Hütte den nöthigen Bedarf an Maulbeer⸗


