Druckschrift 
Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schürze abtrocknete. Wenn man die Südländerin nicht

ſchon an der dunkleren Hautfarbe, an dem ſchwarzen Haupt⸗

haare und den blitzenden Feueraugen erkannt hätte, ſo würde man ſolches aus dem Schwatzen des immer redeſeli⸗ gen Mundes der jungen Franzöſin errathen haben.

Hm! hob dieſelbe nach dem Waſchen an, indem ſie ihren Blick auf die Brunnenröhre heftetedas Waſſer ſchläft und ruht gar nicht. Es ſprudelt und läuft bergab, bei Tage wie bei Nacht, ohne zu ermüden oder ſich für ſeine Mühe bezahlen zu laſſen. Der Vetter Alibaud ſagt, daß, wenn man einen ſolchen Brunnen in der Wüſte Sahara haben könnte, derſelbe mit hunderttauſend Franken nicht zu theuer bezahlt wäre. Hunderttauſend Franken! Und meine Mutter hat für unſere Hütte, für unſer Gärtchen, für den Brunnen und für Alles nicht mehr als 550 Franken bezahlt! Ach ja, es iſt ein großes Glück und Gut, reines, weiches Waſſer zum Trinken, Kochen, Backen, Waſchen und Begießen in der Nähe zu beſitzen. Nun Gott ſei Dank! an Getränk haben wir Ueberfluß, und zum Eſſen iſt auch immer Rath geworden, obſchon die Mutter deßhalb große Angſt nach des Vaters Tode hatte. Einen hübſchen Haufen trocknen Reiß⸗ holzes für den Winter haben wir auch ſchon zuſammenge⸗ tragen und außerdem giebt uns der Wald noch ſchmackhafte Beeren, Pilze, Eicheln zum Kaffee und die Hauptſache Trüffeln! Ach, da ich nur das Wort Trüffeln ausſpreche, iſt auch ſchon unſer Trüffeljäger neben mir. Guten Morgen, Fleury, haſt du auch ſchon ausgeſchlafen und kommſt, deinen Morgentrank einzunehmen? Welch' eine Wohlthat für uns, daß wir dich beſitzen! Wie belohneſt du die Mühe, welche