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Des Königs Kind : eine geschichtliche Erzählung für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Das erſte Kapitel.

Eine zufriedene Familie.

An einem heitern, friſchen Sommermorgen trat aus einer niedern, weinumrankten Hütte ein junges Mädchen, welches, noch auf der Thürſchwelle ſtehend, gerade in die aufgehende Sonne blickte und darum mit der Hand ein Dach über ihre geblendeten Augen bildete.

Die Sonne ſprach das Mädchen, ſeiner einfachen Kleidung nach eine Landbewohnerin, iſt doch noch eher aufgeſtanden als ich, obſchon ſie geſtern über den ganzen, weiten Himmel hinweggelaufen iſt und ich kaum aus der Stube gekommen bin.

Nach dieſen Worten ſchlug das Mädchen ihre Augen nieder, faltete die Hände und brachte mit niedergeſenktem Haupte dem Vater im Himmel ihr Morgenopfer. Da es ſich am Schluſſe ihres ſtillen Gebets ein Kreuz überdas Antlitz ſchlug und dreimal an ihr Herz klopfte, ſo erkannte man hieran die Katholikin. Hierauf ſchritt die⸗ ſelbe einer Brunnenröhre zu, welche ihr ſilberhelles Waſſer in einen ausgehöhlten Baumſtamm ausſprudelte. Das Kind badete das Antlitz, den Hals, die Bruſt und die Hände in

der kühlen Fluth, worauf es ſich mit der vorgebundenen 1*