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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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mit rauher Stimme ſprach:Dein Geld her, Schurke, oder das Leben!

In dieſem Augenblicke zeigte ſich auf der entgegenge⸗ ſetzten Seite des Poſtwagens eine zweite Geſtalt, welche dieſelbe Bewegung gegen den andern Reiſenden machte und dieſelben Worte wiederholte. Eine Räuberbande hatte den Poſtwagen angefallen und zum Anhalten ge⸗ bracht. Das hatte noch gefehlt! Es erging dem wackern Kerkermeiſter von Norwich jetzt genau ebenſo, wie unſer Schiller in ſeiner Bürgſchaft von dem Möros ſingt, wel⸗ cher auf ſeinem eiligen Rückwege, um ſeinen treuen Bür⸗ gen vom angedrohten Tode zu erretten, von Räubern aufgehalten wird, nur mit dem Unterſchiede, daß Möros die Räuber theils ertödtet, theils in die Flucht jagt, was unſerm Simpſon leider nicht möglich war. Am gu⸗ ten Willen hierzu fehlte es ihm nicht, der lieber alle Räuber, Diebe, Falſchmünzer und Betrüger mit einem Schlage vom Erdboden vertilgt hätte, wohl aber an Kraft und Mitteln.

Steigt aus, ihr Hunde! ſchrie ein dritter, herzu⸗ tretender Räuber, indem er den Wagenſchlag aufriß damit wir Eure Taſchen und den Wagen durchſuchen koͤnnen. Schnell oder wir werden Euch auf die Füße verhelfen.

Habt Erbarmen! flehte Simpſon.Haltet mich nicht auf! Das Kind in meinem Arme gehört einer Unglücklichen an, welche nach Botanhbai deportirt wer⸗ den ſoll. Der grauſame Capitain des Transportſchiffs verweigerte die Aufnahme der hülfloſen Kleinen und blieb