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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Elftes Kapitel. Das Zuſammentreffen.

Es war wieder Nacht. Der Poſtwagen rollte auf der einſamen, menſchenleeren Landſtraße dahin. In dem⸗ ſelben ſaß, außer Simpſon mit dem ſanft ſchlafenden Kinde, nur noch ein Reiſender, ein alter, grämlicher Mann, welcher ſelten nur ein Wort von ſich hören ließ, und um nicht mehr ſprechen oder antworten zu müſſen, faſt immer mit geſchloſſenen Augen ſich ſchlafend ſtellte; Simpſon dagegen floh der Schlaf. In ſeinen Gedanken war er meiſtens am Seegeſtade, wo er hinaus nach dem Hafen und dem dort ankernden Schiffe der Deportirten ſchaute. Seltener nur dachte er an Norwich, an ſeine Frau und ſeine Gefangenen, unter welchen ihn jetzt Maid⸗ ſtone am meiſten noch intereſſirte. Erſt wenn Alle glück⸗ lich mit einander wieder vereinigt worden waren, wollte er ſich ungetrübt deren Glücks und ſeiner eigenen Ver⸗ mittelung dabei erfreuen. Eben ſteckte er, wie er oft that, ſeine Hand aus dem Wagenfenſter, um die Rich⸗ tung des Windes zu erforſchen, als der Wagen plotzlich anhielt.

Was giebt's, Poſtillon? fragte Simpſon, dem je⸗ der Aufenthalt große Pein verurſachte, indem er den Oberleib aus dem Wagenfenſter lehnte. Der Poſtillon antwortete nicht, wohl aber eine dunkle Mannsgeſtalt,

welche, dem Kerkermeiſter ein Piſtol auf die Bruſt ſetzend,