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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Piertes Kapitel.

Ein verlorner Sohn.

Fannh war nebſt ihrer Mutter wieder daheim. Das kleine, geſchenkt erhaltene Schweinchen war ein Gegenſtand der allgemeinen Pflege und Freude. Beſonders zeichnete ſich hierin Fanny aus, welche erſt an die Fütterung des Thieres und dann an ihre eigene Sättigung dachte. Dabei machte ſie es wie das Milchmädchen in der Fabel und ſah im Geiſte das kleine Schweinchen bereits zu einem großen, Würſte, Braten und Schinken gebenden heran⸗

gewachſen. Vierzehn Tage waren ſeit der Mutter und

Tochter Ruckkehr nach Evanshire verfloſſen, Fanny eines Morgens ihr kleines Schwein auf die trieb. Ihr Vater und ihre beiden Brüder, Wilhelm und Johann, hatten ſich noch zeitiger an ihre tägliche Arbeit in die nahen Eiſenhütten begeben.

Fannh ſaß auf einem Steine am Dorfwege und hütete mit ihren Augen das kleine Thier, welches ſeiner grünen Nahrung nachging. Plötzlich hörte ſich das Kind von einer bekannten und doch fremden Stimme angeredet:

„Fanny, kennſt Du mich noch?“

Das Kind blickte verwundert auf und ſah Eduard

Wilkins vor ſich ſtehen, welcher noch immer die Nachwehen

ſeiner Krankheit in ſeinem bleichen, abgemagerten Antlitz trug. Ueberdieß war ſein Haar in großer Verwirrung, voll kleiner Federn und Spreu, ſeine Kleidung beſchmuzt