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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Jetzt erinnerte ſich Fannh der Rede und Gabe des Flüchtlings. Sie erzählte das Zuſammentreffen am Brunnen und holte das empfangene Pfand aus ihrer Taſche her⸗ vor, deſſen Papier ihre Mutter von einander wickelte. „Himmel!“ rief Charlotte betroffen aus.„Was ſeh' ich?! Mein Trauring iſt's, den mir die Diebe damals bei dem heimlichen Ausräumen unſerer Wohnung mit entwendet haben. Wie kommt der fremde Knabe zu dem mir ſo theuern Kleinod?“ „Das ſcheint mir ganz natürlich zugegangen zu ſein“ — ſprach Simpſon.„Unſer ſauberer Flüchtling ſteht jeden⸗ falls mit jener Diebsbande in genauer Verbindung, welche Euch beſtohlen hat. Vielleicht iſt der Ring ein kleiner An⸗ 6. ſeine Beute geweſen und unwiſſentlich haben wir — jener verruchten Bande gepflegt und ge⸗ hätſchelt. Unbegreiflich iſt mir's nur, wie und wo er den Ring an ſich verſteckt gehabt hat, da er bei ſeiner Feſt⸗ nehmung doch auf das Genaueſte durchſucht worden iſt. He, Margarethe, glaubſt Du nun immer noch an eine mögliche Beſſerung jugendlicher und ergrauter Verbrecher?“

„Aber“— ſagte Frau Simpſon—„Wilkins hat unſerer Fanny angelobt, nicht wieder ſtehlen zu wollen.“

„Ha! Ha! dieſes Verſprechen iſt jedenfalls mit dem erſten Athemzuge, den der Bube in der Freiheit that, wieder verflogen“— ſprach Simpſon—„Einen Mohren wäſcht man nimmer weiß.“ n0ſ