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um für ihr Schweinchen friſches Trinkwaſſer zu holen, folgte ihr Eduard nach, handhabte den Brunnenſchwengel und hob dann, nachdem das Gefäß mit Waſſer angefüllt war, mit bewegter Stimme an:„Hier haſt Du meine Hand, Fanny, und noch ein Pfand dazu, daß ich nie wieder ſtehlen will, und ſollte ich die Schweine hüten und Trebern eſſen, ja ſogar verhungern müſſen.“
Thränen, die erſten ſeit Jahren, erſtickten des Knaben Stimme, der jetzt eilig davonlief und das Kind ganz be⸗ troffen zurückließ. Mechaniſch barg Fanny Eduard's in ihrer Hand zurückgelaſſenes Pfand, das in einem kleinen Papierwickel beſtand, in ihre Taſche und trug das Waſſer⸗ gefäß hinein. Bald hierauf nahm Charlotte von ihren Aeltern Abſchied und Fannh that daſſelbe.
„Wo ſteckt denn Wilkins?“ fragte Frau Simpſon. „Fannh war noch mehr wie ich ſeine treue Krankenwär⸗ terin und darum iſt's billig, daß er ihr ein Lebewohl ſage.“
Aber Eduard erſchien auf wiederholtes Rufen nicht und bald ſtellte ſich die Gewißheit heraus, daß er die feſt verwahrte Hausthüre mit Hülfe der heimlich entwendeten Schlüſſel Simpſons geöffnet und das Weite geſucht hatte.
Der Unwille über die Flucht des undankbaren Knaben war groß und machte ſich durch mancherlei Ausrufungen Luft, welche den Entwichenen nicht zum Ruhme gereichten.
„Seine Strafzeit war ſchon vor zwei Wochen um“— ſprach Simpſon—„aber deswegen brauchte er nicht heimlich wie die Katze vom Taubenſchlage fortzuſchleichen. Ein Dankeswort und einen herzlichen Händedruck glaubten wir wenigſtens an den Buben verdient zu haben.“


