Eintritt des Arztes ſchnell in große Angſt. So wie ſich Bilkoff dem Krankenbette näherte, rief der Kranke flehend aus:„Kein Blut— kein Blut wieder abzapfen!“ „Aha!“ lachte Bilkoff—„da hätten wir ja nun das Mittel gefunden, die Taubſtummen redend zu machen. Merkt Euch das, Maſter Simpſon. Droht nur der Brut hier mit Blutabzapfen, wenn Ihr ſie zum Sprechen bringen wollt. Wenn Du dich aber, Junge, alſo vor dem Blut⸗ laſſen fürchteſt, warum verfolgſt Du denn da einen Weg, der Dich unfehlbar zum Blutgerüſt führen muß, wo man Dir nicht blos eine Ader am Arme, ſondern beide Puls⸗ adern am Halſe öffnen wird, ſo daß Dein Blut wie ein rother Springbrunnen emporſchießen und Dich zur Leiche machen wird? Oder meinſt Du, daß das Hängen weniger ſchmerzhaft ſei, weil dabei kein Blut fließt? Gut! ich werde der Regierung den Vorſchlag machen, das Hängen, aus welchem ſich die Schurken wenig mehr machen, in die Enthauptung durchs Richtſchwert oder Beil zu ver⸗ wandeln, damit die Zuſchauer Blut ſehen und ſich ein warnendes Beiſpiel daran nehmen. Reich' Deine Hand hervor, Schlingel, damit ich Deinen Puls zählen kann. Ha! gehoben iſt die Entzündung noch nicht, kann's auch nicht ſchon ſein. Nun, heute magſt Du Dein bischen Blut noch in den Adern behalten, doch werde ich Dir eine Flaſche Arznei verſchreiben, welche das Fieber vollends vertreiben helfen ſoll. Aber, Junge, das ſage ich Dir: nimm ordentlich und ohne Weigerung ein, oder— es koſtet Dich wieder Blut!“ Einmal noch kam Doctor Bilkoff, um nach Wilkins
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Der Kerkermeister von Norwich, oder Das siebente Gebot / von Gustav Nieritz
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