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klein iſt wie ein junges Kätzchen. Ein großes könnte ich auch nicht einmal auf meine Achſel legen und tragen, wie der gute Schäfer gethan hat. Willſt Du, liebe Groß⸗ mutter?“
„Wir haben ſchon ein Schäfchen, mein Kind!“ erwie⸗ derte Frau Simpſon—„das ſich verirrt hatte, ganz müde und krank geworden war und deshalb von Deinen Groß⸗ vater heimgetragen werden mußte. Dort liegt das arme, kranke Schäfchen in ſeinem Bette.“
„Du ſpaßeſt wohl, Großmutter?“— ſprach Fannh lächelnd.„Das Schäfchen dort im Bette ſieht ja wie ein Junge aus, hat ordentliche Hände und keine Wolle an ſich. Auch blökt es nicht, ſondern ächzt nur und ſtöhnt ohne Unterlaß.“
„Dennoch iſt's ein Schäfchen“— entgegnete Frau Simpſon—„und mehr werth wie neun und neunzig wirkliche, welche Wolle an ſich tragen, auf vier Beinen laufen und blöken können. Wenn Du größer und ver⸗ ſtändiger biſt, wirſt Du einſehen, daß ich wahr geſprochen habe. Nun aber geh, mein Kind, und leg Dich zu Bett. Du wirſt müde ſein von der heutigen Reiſe.“
„Soll ich denn nicht erſt meinen Abendſegen beten?“ fragte Fanny verwundert.
„Allerdings mein Kind!“— antwortete Frau Simpſon —„Es war recht von Dir, daß Du Dich ſelbſt daran erinnerteſt. Bete, ja bete!“
Fanny kniete nieder, faltete die Hände vor der


