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aber nicht, unſere liebe Fannh zu beherbergen, die uns im Gegentheil ganz willkommen iſt, ja wohl ſogar von Nutzen jetzt ſein dürfte. Eine Anſteckung iſt nicht zu befürchten und darum i Fannh getroſt in des Kranken Nähe bleiben.“
Die junge Frau hielt ſich nur wenige Stunden bei ihren Aeltern auf und reiſete dann weiter. Die Trennung von ihrer Mutter ging zwar der Kleinen ſehr nahe und ſie weinte bei dem Abſchiede ſchmerzliche Thränen, doch war ſie folgſam genug, um ſich dem mütterlichen Wil n. ohne Widerſpruch zu fügen, ohne, wie andere Kind den ſüßen Inhalt einer Zuckertüte als Schmerzensgeld beanſpruchen.
Am Abend dieſes Tages las Frau Simpſon das Gleichniß von dem Hirten vor, welcher hundert Schafe beſitzt und hingeht, um ein verloren gegangenes zu ſuchen, das er dann auf ſeine Achſel legt und mit Freuden heim⸗ trägt.„So wird— ſchloß die Vorleſerin— Freude ſein im Himmel vor den Engeln über einen Sünder, welcher Buße thut, mehr wie über neun und neunzig Gerechte.“
Simpſon merkte gar wohl, wohin ſeine Frau mit ihrer heutigen Vorleſung zielte. Fannh dagegen, welche an⸗ dächtig zugehört hatte, ſprach, als Frau Simpſon die Bibel zumachte:„Großmutter, ach wie gern hätte ich ein Schäf⸗ chen! Aber kein todtes, das man auf vier Rädern herum⸗ fährt, ſondern ein lebendiges, das ſelbſt auf ſeinen Beinen laufen kann und blöken und eſſen und trinken. Kaufe mir doch ein ſolches Schäfchen, und wenn es auch ganz, ganz


