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einander riß und die Stücke davon einſteckte.„Mein Weg führt juſt über die Brücke. Nun aber ſage mir, was in aller Welt der Kriegsminiſter dir zu Leide gethan und was daſſelbe mit deinem Schnapsglaſe zu ſchaffen hat?“
„Mit meinem Schnapsglaſe nichts!“ erwiederte Hau⸗ thal.„Ich zertrümmerte es vor Wuth, daß meine Enthalt⸗ ſamkeit und mein Sparen ſo gut wie nichts in der Welt ge⸗ nützt haben. Ha, nun will ich erſt recht wieder trinken und meinen Zorn in Branntwein erſäufen.“
„Ich erfahre noch immer nicht, was der Kriegsminiſter verbrochen hat“— ſprach Pommrich.
„Höre nur!“ erwiderte Hauthal.„Vor einer Stunde kommt Frau Hennig, die Wittwe unſers braven, ſeligen Feldſcherers geheult nnd geſchrieen zu mir, daß ſie ihren Sohn richtig unter die Soldaten genommen hätten. Un⸗ möglich das! ſpreche ich— ein Irrthum iſt vorgefallen. Ich laufe mit der Frau in's Kriegsminiſterium und erhalte dort den Beſcheid, daß es ſeine Richtigkeit habe und daß das Ge⸗ ſetz keine Ausnahme geſtatte. Da hole der Geier ein Geſetz — eifere ich— welches einer Wittwe den einzigen Sohn und ihren Kindern den Ernährer entreißt. Als ich unter . die Soldaten genommen wurde, da war es nicht ſo; da herrſchten noch Menſchlichkeit und Schonung. Auf dieſe Rede zuckte man die Achſeln und ſchickte mich ſammt der zeter⸗ ſchreienden Wittwe fort. Wäre ich nicht ein Krüppel und nicht zu alt, ich ſtellte mich für den jungen Hennig ein. 6 So aber bleibt mir nichts übrig, als den Kriegsminiſter, 73 ſo grauſame Geſetze erläßt, das Lebenslicht auszu⸗
6 Nieritz, die drei Invaliden. 10
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