gekommen und ihr guter Name noch immer vor den Leuten gebrandmarkt ſei, ſtand mit Auguſten früh auf und legte ſich am Abend mit ihr zur Ruhe nieder. Wie ein häßlicher Wurm nagte dieſe Erinnerung an dem Kinde und vergällte ihm jede Freude. Am heftigſten ſchmerzte jener Gedanke des Morgens und zwar um die Zeit, da Auguſte ſonſt in die Schule zu gehen pflegte. Nur für wenige Tage noch entſchuldigte des Armenarztes Zeugniß Auguſten wegen des bisher unterlaſſenen Schulbeſuchs und dann blieb ihr nichts Anderes übrig, als ihre Aufnahme in die von ihr, jedoch mit Unrecht gefürchtete Armenſchule zu bewirken.
Voll tiefen Harms über dieſe ſchlimme Ausſicht ſaß Au⸗ guſte heut bei ihrer Taſſe voll dünnen Kaffee's, als ſie drau⸗ ßen auf der Holztreppe und bald auch vor ihrer Thüre das Stampfen eines Stelzfußes vernahm. Da ihr Großvater ſich in der Kammer befand, ſo wußte Guſte ſogleich, daß Pommrich im Anmarſche ſei. Wirklich erſchien dieſer in der geöffneten Thüre, begleitet von Ferdinand, welcher, wie ſein Großvater, im ganzen Geſicht lachte und wie verklärt aus⸗ ſah. Ein noch feuchtes Druckblatt in der Rechten hoch em⸗ porhaltend trat Pommrich ein. Bei Guſtens Anblick ſchrie der Stelzfuß mit einer Löwenſtimme:„Ganze Batterie! Achtung! Macht euch fertig! Feuer!“
„Puh!“ ſchoß Ferdinand mit aufgeblaſſenem Munde, was freilich die allerſchwächſte Nachahmung einer ke ſchoſſenen Batterie war.
Auguſte glaubte, zwei übergeſchnappte Menſchen vor ſ zu haben. Daher rief ſie beſorgt ihren Großvater herbei,


