Druckschrift 
Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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135 welcher, wie ſie, voll Staunens ſeinen Kameraden und deſſen Enkel anſtarrte.

„Die lange belagerte Feſtung hat ſich ergeben“— ſchrie Pommrich jetzt—„hier die Siegesfahne! Pflanze ſie auf, Guſte, auf daß ſie Jedermann ſehe. Da, lies und jubele mit uns! Hurrah! Huſſah! Puh! Bumm! Bumm!“

Während Auguſte das ihr aufgedrungene Druckblatt in ihre Hand nahm, murmelte Thomas beſtürzt vor ſich hin:

„Er iſt wirklich von Sinnen gekommen! Der arme Pommrich! Das hat noch gefehlt. Hat er ſich denn ſeines Vogels Tod gar zu ſehr zu Herzen genommen 2

Während dem war Auguſtens Blick durch ein groß ge⸗ drucktes, ſogleich in die Augen fallendes Wort, als die Ueber⸗ ſchrift eines Aufſatzes im Tageblatt:„Ehrenrettung“, auf⸗ merkſam gemacht worden. Sie las— ſie überflog— ſie verſchlang zuletzt die Zeilen— ihre Augen näßten ſich— ein Strom Thränen entſtürzte denſelben und lautſchluchzend warf ſie ſich ihrem Großvater an den Hals, dann auf ihre Kniee nieder, um nit erhobenen Händen Gott laut zu dan⸗ ken. Dann fiel ſie in Pommrichs, in Ferdinands und wieder in ihres Großvaters Arme.

„Gelt!“ ſchmunzelte Pommrich—„das iſt eine kräftige, nein die beſte Herzensſtärkung ſeit deiner Krankheit. Guſte, dein und mein Name ſtehen gedruckt in dem Blatte! Gedruckt! wer hätte das je von uns beiden für möglich gehalten?! Meinen Namen hätte der brave Herr Oberſtleutnant billig weglaſſen können, denn er war ja nicht geſchändet worden. Aber der deinige durfte nicht verſchwiegen werden. Ich be⸗ kam einmal ein volles Glas alten Malagaweins zu trinken.