„Wunderbar iſt's und bleibt's doch“— ſprach Ferdi⸗ nand—„daß gerade wir die Schmucknadel unter den Bett⸗ federn auffinden mußten. Dieſe hätten längſt gereinigt ſein können und von einem andern Manne beaufſichtigt, der die Nadel an ſich behalten und heimlich verhandelt hätte.“
„Das iſt unſers Herrgotts Hand“— erwiderte Pomm⸗ rich ernſt—„welche es ſo kommen ließ. Wenn du auf⸗ merkſam auf die Vorfälle in deinem Leben und in dem Leben anderer Leute achteſt, ſo wirſt du ſtets dieſelbe gütige Gottes⸗ hand wiederfinden, die man mit dem Namen der göttlichen Vorſehung belegt. Wenn aber dieſe Gotteshand uns zu unſerm Glücke und Beſten leiten ſoll, ſo müſſen wir uns derſelben nicht eigenwillig widerſetzen, nicht unſerm eigenen Willen folgen wollen und an den uns treffenden Wider⸗ wärtigkeiten nicht ſelbſt ſchuld ſein. Freund Hauthal wollte ſich nicht von der göttlichen Hand führen laſſen, als er im Begriff war, ſich wegen einer kleinen Ehrenſchuld zu er⸗ ſchießen. Und hätte Guſte wirklich die Schmucknadel ent⸗ wendet gehabt, ſo würde es ihr mit Recht ſchlecht ergangen und jener Diebſtahl zu ihrem größten Schaden ausgeſchlagen ſein. Doch auch das von den Menſchen ſelbſt verſchuldete Uebel weiß die göttliche Hand zu unſerm Beſten zu lenken. So biſt du durch dein unvorſichtiges Gebahren mit dem Pulver und durch das daraus entſtandene Brandunglück ge⸗ beſſert und mit Auguſten innig befreundet worden. Der Glaube aber an dieſe leitende Gotteshand iſt der beſte Stab in dieſem Erdenleben und hilft uns ſelbſt über die rauhe⸗ ſten und ſteilſten Stellen in unſerm Lebenswege hinweg.“
Der Gedanke, daß ihre Unſchuld noch nicht an den Tag


