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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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iſt das Ei klüger als die Henne. Was aber nun anfangen, um uns und Guſte ſammt deren Großvater mit Ehren aus dieſer Patſche zu ziehen? Meinſt du etwa, daß ich die Nadel an einen Juden oder Diebshehler heimlich verſchachern und den Kauf⸗ ſchilling dafür mit Thomas theilen ſoll, nachdem die reichen Richt⸗ hauſens denn doch einmal ihren Verluſt verſchmerzt haben?“ „Das iſt nicht Ihr Ernſt, Großvater!“ erwiderte Fer⸗ dinand kopfſchüttelnd.„Da kenne ich Sie beſſer. Auch weint Guſte noch oft im Stillen und ſpricht, daß ſie eher nicht ruhig würde, als bis die Nadelgeſchichte rein an den Tag gekommen wäre. Getraut ſie ſich doch nicht eher in eine Schule zu gehen. Ich wüßte, was ich an Ihrer Stelle machte. Ich fragte erſt meinen Arbeitsherrn, ob dieſe Bet⸗ ten wirklich Richthauſens angehörten. Wäre dem ſo, dann ginge ich mit der Nadel hin und ſpräche: Gnädiger Herr Oberſtleutnant, hier iſt Ihre verlorne Nadel, welche Sie geſtohlen glaubten. Guſte Tiefenbach aber iſt unſchuldig, wie die Sonne am Himmel, was mein Enkel gleich von allem An⸗ fange an geſagt hat. Die Nadel habe ich beim Reinigen Ihrer Bettfedern-und unter denſelben gefunden. Wie ſie dahin⸗ eingekommen iſt, weiß ich nicht, aber beſchwören kann ich's und mein Enkel iſt Zeuge davon. Ihre 25 Thaler mag ich nicht. Dafür aber müſſen Sie in's Tageblatt und in die Zeitungen ſetzen laſſen, daß Guſte unſchuldig iſt und daß Sie ihr großes Unrecht gethan haben. Dann drehte ich mich kurz um, ſpräche ſtolz„Adje!“ und ließe den Herrn Oberſt⸗ leutnant ganz verdutzt daſtehen. Ja, ſo machte ich's und wollte mich königlich freuen, wenn der Herr Oberſtleut⸗ nant ſich ſchwarz darüber ärgerte. Guſtens Ruhe und