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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Verluſt ihrer Sparbüchſe und der angeſammelten Begräb⸗ nißkoſten beweinte, vor der Polizei und den glühenden Holz⸗ kohlen ſich zu retten ſuchte und ſchließlich flehentlich bat, ſie doch ja neben ihre Mutter und nicht auf Koſten der Armen⸗ behörde zu begraben. Nach dieſem letzten Fieberanfalle fiel das tödtlich abgemattete Mädchen in einen langen, tiefen und immer ſanfter werdenden Schlaf, den der Arzt ein gün⸗ ſtiges Anzeichen der endlichen Geneſung nannte. So war es wirklich.

Als Auguſte mit klarem Bewußtſein die Augen wieder aufſchlug, war ſie verwundert, drei Menſchen: einen Mann, eine Frau und eine Kind— an ihrem Lager ſitzen zu ſehen⸗ Dieſelben waren Thomas, ihr Großvater, Frau Schietzel und Ferdinand Pommrich, welche insgeſammt ihre Blicke, ſcharf wie Heftelmacher, auf ſie gerichtet hielten. Thomas, welcher eben eine lang entbehrte Priſe Contenance, welche er gleichfalls der Fürſorge ſeiner beiden Kameraden ver⸗ dankte, in ſeine Naſe zu ſtecken gedachte, ließ dieſelbe vor freudigem Schreck aus dem Daumen und Zeigefinger zur Erde fallen, da er in ſeiner Enkelin offenhelle und wieder vernünftig aufſchauende Augen blickte. Ferdinand hingegen unterdrückte nur mit Mühe einen lauten Freudenſchrei, während Frau Schietzel gar grimmige Geſichter ſchnitt, um ihre tiefe Rührung zu verbergen.§

„Was iſt denn mit mir vorgegangen?“ fragte Auguſte verwundert und mit ſchwacher Stimme.„Warum liege ich im Bett, da es heller Tag iſt und fremde Leute bei uns ſind?“

„Du biſt krank, ſehr krank geweſen“— erwiederte Thomas—„nun aber außer Gefahr.“